Keratokonus

Keratokonus

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Was ist ein Keratokonus?

Definition

Der Keratokonus ist eine Krankheit der Hornhaut im Auge. Die Hornhaut wird in der Mitte dünner und wölbt sich kegelartig nach vorne, was so zu einer Verschlechterung des Sehens führt. Die Krankheit tritt in der Regel an beiden Augen auf.

Symptome

Ein Keratokonus führt zu einer Kurzsichtigkeit (Myopie) und zu einer unregelmäßigen Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Das bedeutet, dass Sie Gegenstände in der Nähe gut sehen können, aber Gegenstände in der Entfernung unscharf für Sie sind. Außerdem werden durch die Hornhautverkrümmung Punkte auf Ihrer Netzhaut zu Stäben, was zu einem verzerrten Bild führt oder dazu, dass Sie mehrere „Bilder″ von einem Gegenstand übereinander sehen. Es kann sein, dass Ihre Augen irritiert sind und jucken.

Manchmal kann es zu dazu kommen, dass Ihre Sehkraft plötzlich schlechter wird, wenn sich in der Hornhaut Flüssigkeit angesammelt hat (zentrales Korneaödem).

Ursachen

Oft sind junge gesunde Menschen betroffen. Viele Einflüsse bedingen das Entstehen eines Keratokonus. Unter anderem gibt es Einflüsse durch die Umwelt. Möglicherweise wird die Krankheit auch vererbt. Außerdem ist die Krankheit mit einigen anderen Krankheiten verbunden. Patient*innen, die einen Keratokonus haben, leiden manchmal auch an diesen Krankheiten: z. B. Trisomie 21 (Down-Syndrom), eine chronische Entzündung der Haut (atopische Dermatitis oder Neurodermitis), Asthma oder das Auftreten von Atemstillstände im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom). Es wird vermutet, dass möglicherweise eine Entzündung die Krankheit mitbeeinflussen kann. Ein Auslöser bei Menschen mit einer Anlage zu einem Keratokonus kann auch ein ständiges Augenreiben sein.

Häufigkeit

Die Häufigkeit der Krankheit ist schwer zu schätzen. Von 1 Mio. Menschen können 2 oder auch fast 50.000 Menschen von einem Keratokonus betroffen sein. Das liegt u. a. daran, dass die Voraussetzungen für die Diagnose unterschiedlich sind und es weltweit Regionen gibt, in denen viele Menschen erkrankt sind und andere Regionen, in denen die Krankheit selten ist. Meist beginnen die Symptome zwischen dem 20. und dem 30. Geburtstag.

Untersuchungen

Bei der Untersuchung fragen Ärzt*innen danach, ob Sie unscharf und verzerrt sehen. Auch ist wichtig, ob sich das Sehen verschlechtert hat. Anschließend werden Sie untersucht. Dafür schauen Ärzt*innen sich Ihre Augen an, um zu sehen, ob Ihre Hornhaut kegelförmig nach vorne gewölbt ist. Dann wird Ihre Sehfähigkeit geprüft.
Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Keratokonus haben, werden Sie zu weiteren Untersuchung in eine Augenarztpraxis überwiesen.

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist die Verbesserung des Sehens und das Verhindern von Komplikationen. Am Anfang werden weiche Kontaktlinsen angepasst und später bekommen Sie harte Kontaktlinsen. Inzwischen gibt es auch Operationen, die durchgeführt werden können.

Autorin

  • Lara Kolk, Dr. med., Ärztin in Weiterbildung Allgemeinmedizin, Bad Schwartau

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Keratokonus. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Scheschy U, Scheschy H. Keratoconus und dessen Behandlung mit Hornhautvernetzung und Kontaktlinsen: ein Überblick. Spektrum Augenheilkd. (2016) 30: 15. doi:10.1007/s00717-015-0290-5 link.springer.com
  2. Santodomingo-Rubido J, Carracedo G, Suzaki A, Villa-Collar C, Vincent SJ, Wolffsohn JS. Keratoconus: An updated review. Cont Lens Anterior Eye. 2022 Jun;45(3 pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Weissman BA. Keratoconus. Medscape Emedicine. Updated 3 March 2016 emedicine.medscape.com
  4. Sugar J, Macsai MS. What causes keratoconus?. Cornea 2012; 31: 716-9. pmid:22406940 PubMed
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