Hüftgelenksluxation (ausgekugelte Hüfte)

Hüftgelenksluxation (ausgekugelte Hüfte)

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Was ist eine Hüftgelenksluxation?

Definition

Hüftgelenk
Hüftgelenk

Das Hüftgelenk besteht aus dem kugelförmigen Hüftkopf (Caput femoris) und der Hüftgelenkpfanne (Acetabulum). Der Hüftkopf ist gut fixiert. Er wird durch starke Bänder und Muskeln, die tiefe Gelenkpfanne und eine straffe Gelenkkapsel in der Hüftgelenkpfanne gehalten.

Von einer Hüftgelenksluxation spricht man, wenn der Oberschenkelkopf aus der Gelenkpfanne rutscht. Dazu bedarf es einer starken Krafteinwirkungen. Es kommt zwangsläufig zum Zerreißen der Gelenkkapsel und zur Verletzung von Bändern, gerade bei älteren Patient*innen auch oft zu Verletzungen der Knochen.

Symptome

Als Symptome treten Schmerzen im Hüft– und/oder Oberschenkelbereich auf. Meist ist es nicht möglich, das Bein zu belasten oder zu gehen. Die Beweglichkeit in der Hüfte ist eingeschränkt.  Teilweise kommt es zu Gefühlsstörungen aufgrund von begleitenden Nervenverletzungen.

Ursachen

In mehr als 70 % der Fälle ist ein Verkehrsunfall die Ursache. Ein klassisches Beispiel ist die „Dashboard Injury”. Beim Autounfall wird bei einer sitzenden Person das Knie durch Anprall am Armaturenbrett nach hinten geschoben. Oft kommt es dabei auch zu weiteren Verletzungen.

Seltener ist ein Sportunfall verantwortlich, am häufigsten beim American Football. Bei Personen, die schon eine Hüftprothese haben, kann es zur Hüftluxation kommen, wenn sie den Bewegungsbereich des künstlichen Gelenks überschreiten.

Häufigkeit

Die Hüftluxation ist aufgrund der großen Stabilität des Hüftgelenks insgesamt selten. Meist tritt sie bei Erwachsenen auf, nur 5 % betreffen Kinder unter 14 Jahren.

Untersuchungen 

Anamnese und ärztliche Untersuchung

Der Verdacht ergibt sich aus dem Unfallhergang sowie den Beschwerden. Bei fehlendem Unfall wird nach vorhergehenden Hüftproblemen und Operationen gefragt.

Eine Überprüfung auf Nerven- oder Gefäßverletzungen erfolgt standardmäßig. Die Beweglichkeit des Hüftgelenks und auch des Kniegelenks wird überprüft.

Radiologie

Die Diagnose wird gesichert durch eine Röntgenaufnahme. Bei komplizierten Verletzungen oder Problemen in der Therapie ist u. U. eine Computertomografie für genauere Bilder nötig. Im Verlauf kann eine Magnetresonanztomografie Verletzungen der Bänder genauer darstellen. Dies ist nötig z. B. bei Sportler*innen, die ihr Gelenk danach wieder stark belasten wollen.

Labor

Da es auch zu Gefäßverletzungen kommen kann, ist ein Blutbild nötig, um einen zu großen Blutverlust auszuschließen.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt generell im Krankenhaus. Es ist sehr wichtig, rasch – falls möglich innerhalb von 6 Stunden – den Hüftkopf wieder in die Hüftpfanne zurückzuverlagern. Ansonsten steigt das Risiko von Folgeschäden, insbesondere einem Absterben der Knochenzellen des Hüftkopfs (Hüftkopfnekrose).

Medikamente

Meist werden starke Schmerzmittel benötigt. In der Klinik werden oft Morphinpräparate gegeben. Für die Rückverlagerung wird eine Kombination aus Schmerz- und Beruhigungsmitteln gegeben.

Rückverlagerung

Nach Sicherung der Diagnose im Röntgen und Ausschluss von begleitenden Gefäß- oder Nervenverletzungen kann eine Rückverlagerung durch bestimmte Manöver versucht werden. Dies ist nicht möglich, falls gleichzeitig ein Bruch des Oberschenkelknochens vorliegt. Durch einen kombinierten Zug am Oberschenkel und Drehbewegungen rutscht der Oberschenkelkopf oft wieder zurück in die Pfanne. Danach ist eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus nötig zur weiteren Überwachung.

Operation

Bei Bruch des Oberschenkelknochens oder bei begleitenden Gefäß- oder Nervenverletzungen ist eine Operation zur Rückverlagerung nötig.

Komplikationen

Komplikationen sind leider häufig. In 20 % der Fälle kommt es zu einer Schädigung des Ischiasnervs. Es besteht die Gefahr von Gefäßverletzungen mit Blutungen. Durch Verletzung der kleineren Gefäße kann es zu einem Absterben der Zellen im Oberschenkelkopf kommen.

Im späteren Verlauf kann sich eine Arthrose entwickeln, oder es kann zu erneuten Luxationen kommen.

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