Hitze-Ratgeber
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Hitze als Gefahr für die Gesundheit
- Die Zahl der heißen Tage in Deutschland hat aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren deutlich zugenommen.
- Heiße Tage sind Tage mit einer Lufttemperatur von über 30 °C.
- In Tropennächten fällt die Temperatur nicht unter 20 °C.
- Heiße Tage in Kombination mit Tropennächten für mehrere Tage werden als Hitzewelle bezeichnet.
- Personen in Städten sind stärker von Hitze betroffen (Gebäude und Straßen als Wärmespeicher, Reflexion von Hitze durch Häuserfassaden).
- Auch extreme Hitzewellen bisher noch nicht bekannten Ausmaßes sind noch in diesem Jahrzehnt möglich.
- Hitze geht mit einer erheblichen Gesundheitsgefährdung einher.
- Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sind bei allen eingeschränkt.
- Hitze erhöht u.a. das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenversagen und Frühgeburten.
- Hitze kann tödlich sein.
- Ein erhöhtes Risiko für schwere hitzebedingte Gesundheitsschäden besteht besonders bei:
- älteren Menschen
- chronischen Erkrankungen (besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes und neurologische Erkrankungen)
- der Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. entwässernde Medikamente)
- pflegebedürftigen Menschen
- übergewichtigen Personen
- Säuglingen und Kleinkindern
- beruflicher Tätigkeit und körperlicher Anstrengung im Freien
- Schwangeren
- sozial isolierten Personen
- Obdachlosen oder Menschen in ungünstigen Wohnsituationen.
- Man kann sich und andere vor Hitze schützen.
Verhaltenstipps für Hitzeperioden
Allgemeine Tipps
Informiert sein
- Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes abonnieren, alternativ die DWD GesundheitsWetter-App
- Warnstufe 1: gefühlte Temperatur > 32 °C an 2 Tagen in Folge mit geringer nächtlicher Abkühlung
- Warnstufe 2: gefühlte Temperatur > 38 °C
- An Tagen mit Warnungen besonders auf sich und Mitmenschen achten.
Hitze meiden
- Tagesablauf an Hitze anpassen:
- Erledigungen und Aktivitäten in kühlere Morgen- und Abendstunden verlegen.
- Möglichst an schattigen, evtl. gekühlten Orten aufhalten.
- Große Asphalt- oder Betonflächen meiden.
- Helle, weite, luftige Kleidung aus Baumwoll- oder sonstigen Naturfasern tragen.
- Zum Schlafen Leintuch oder leeren Bettbezug als Decke verwenden.
- Wärmequellen in der Wohnung vermeiden.
- Nicht benötigte Lichtquellen und Elektrogeräte ausschalten, Backofen nicht verwenden.
- Bei stark aufgeheizten Innenräumen kühlen und/oder klimatisierten Ort aufsuchen, z. B. ein öffentliches Gebäude, Museum, Bibliothek oder Kirche.
Essen und Trinken
- Ausreichend trinken, auch ohne Durstgefühl, mindestens 2 l pro Tag (koffein- und alkoholfrei, idealerweise Leitungswasser, ungezuckerte Tees oder verdünnte Obstsäfte).
- Getränke können gekühlt, aber nicht eiskalt sein.
- Bei Vorerkrankungen, wie z. B. Herz- oder Nierenschwäche empfohlene Trinkmenge mit den behandelnden Ärzt*innen absprechen.
- Kalorienarme, leichte Kost mit hohem Wasseranteil (Obst, Gemüse)
- Eiweißreiche Lebensmittel (Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte) reduzieren.
- mehrere kleine leichte Mahlzeiten, statt drei große Mahlzeiten
- leicht salzige Speisen, wie beispielsweise Brühe
Kühlung
- Tagsüber die Wohnung verdunkeln, Fenster schließen.
- Ausnahme: Räume mit Gaskombithermen oder Gasdurchlauferhitzern müssen ständig gelüftet werden (Gefahr der Kohlenmonoxidvergiftung)!
- Teppiche als Wärmespeicher während der Hitzeperioden wegräumen.
- Lüften nur abends oder nachts sowie in den frühen Morgenstunden, wenn es draußen kühler ist als in der Wohnung.
- Querlüften durch Öffnen aller Fenster
- Ventilatoren oder Fächer sind bis zu einer Temperatur bis 35 °C hilfreich.
- Ein Gefäß mit Eiswürfeln vor dem Ventilator verstärkt den kühlenden Effekt.
- Klimaanlagen verbrauchen sehr viel Energie und verschärfen das Hitzeproblem in Städten dadurch, dass die Raumwärme nach außen abgeleitet wird.
- Regelmäßig durch (lauwarmes) Duschen, Anlegen kalter Wickel oder kühle Arm- oder Fußbäder abkühlen.
- Nach dem Duschen nicht oder nur leicht abtrocknen, Verdunstung des Wassers wirkt kühlend.
- unterwegs Verwendung von Wasser in einer Sprühflasche zum Kühlen von Gesicht, Armen und Hals
Sonnenschutz
- Haut und Körper vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen.
- Sonnenhut, evtl. Sonnenschirm, Sonnenbrille
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden, und Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz tragen.
Sorge für Mitmenschen und Tiere
- Einmal täglich ältere alleinstehende, pflegebedürftige sowie chronisch erkrankte Personen in Ihrer Familie bzw. Umgebung kontaktieren.
- Säuglinge, Kleinkinder und Tiere niemals im Auto zurücklassen.
Spezielle Tipps für besondere Personengruppen und Situationen
Ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen
- Wenn Sie wegen einer chronischen Erkrankung nur eine beschränkte Menge Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen, wenn Sie entwässernde Medikamente einnehmen, wenn Sie an einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren leiden, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis ab, wie Sie sich bei Hitze verhalten sollen.
- Medikamente nur in Absprache mit Ihren behandelnden Ärzt*innen ändern.
- Während der Hitzeperioden können häufigere Kontrollen von Blutdruck und Blutzucker erforderlich sein.
- Kontaktieren Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt umgehend, wenn Sie sich nicht wohl fühlen.
- Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten.
- Medikamente nicht zu warm lagern, normalerweise bei maximal 25 °C, z. B. im kühlsten Raum der Wohnung oder bei großer Hitze im Kühlschrank.
Schwangere
- Anstrengungen meiden, mehr Pausen machen, im Schatten abkühlen.
- In der Hitze kommt es häufig zu Wassereinlagerungen, deswegen bequeme und ausreichend weite Schuhe tragen.
- Müde und angeschwollene Beine mit kühlem Wasser abduschen und dann noch nass mit einem erfrischenden Öl, z. B. Rosmarin- oder Zitronenöl, einölen.
Hitzeschutz für Säuglinge und Kleinkinder
- Kinder verlieren durch ihre im Verhältnis zu ihrem Gewicht große Körperoberfläche durch Verdunstung vermehrt Flüssigkeit.
- Bei Babys und Kleinkindern ist die Fähigkeit zur Regulierung ihrer Körpertemperatur noch eigeschränkt.
- Normalerweise brauchen voll gestillte Babys keine zusätzliche Flüssigkeit.
- Die Brust sollte aber häufiger als sonst angeboten werden.
- Zeichen für ausreichende Flüssigkeitsaufnahme: Verbrauch von 5–6 Windeln/24 Stunden
- Kindern, die Säuglingsmilchnahrung und/oder bereits Beikost bekommen, sollte zusätzlich Flüssigkeit (Wasser oder ungesüßter Früchtetee) angeboten werden.
- Dies gilt auch für Kinder, die Durchfall oder relativ trockene Windeln haben.
- UV-Schutz
- Keine direkte Sonneneinstrahlung für Säuglinge (unter 1 Jahr)!
- Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz (mit Hinweis „UV-400“)
- für Kinder geeignete Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen (mind. 30 min vor dem Aufenthalt im Freien).
- Ggf. UV-Schutzkleidung tragen.
- Während der heißesten Tageszeit zuhause oder im Schatten aufhalten.
- Babys und Kleinkinder im kühlsten Ort der Wohnung schlafen lassen.
- Wenn möglich, bei Kleinkindern für Abkühlung mit lauwarmem Wasser in einem Planschbecken, einer großen Wasserschüssel oder Wasserspritzgeräten sorgen (nur unter Aufsicht!).
Berufstätige mit Tätigkeit im Freien
- Erhöhte Unfallgefahr durch eingeschränkte Konzentration und Leistungsfähigkeit bei Hitze
- Leicht, gut durchlüftete Kopfbedeckung mit Nacken- und Ohrenschutz tragen.
- Auf UV-Schutz achten (bedeckende Baumwollkleidung, Sonnencreme, Sonnenbrille).
- Möglichst Verlegung der Arbeitszeiten in kühlere Tageszeiten
- Gelegenheiten zur Abkühlung nutzen.
- Information über Ersthilfemaßnahmen bei Hitzeschäden und Hitzschlag
Sportler*innen
- Sportliche Aktivitäten in der heißen Mittagszeit und am späten Nachmittag vermeiden.
- Möglichst im Schatten bleiben.
- ausreichender UV-Schutz (Sonnencreme, Kopf- und Nackenbedeckung, Sonnenbrille)
- Überanstrengungen vermeiden.
- nicht am Limit trainieren.
- kein Ausdauertraining bei Temperaturen über 30 °C
- häufigere Pausen im Schatten
- Vor und während der sportlichen Tätigkeit ausreichend trinken, schon bevor sich ein Durstgefühl entwickelt.
Autofahrer*innen
- Erhöhte Unfallgefahr durch Abnahme von Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit bei Hitze
- Bei längeren Autofahrten mehrere Pausen einlegen.
- Möglichst im Schatten parken.
- Sonnenschutzmatten, Sonnenrollos etc. verwenden.
- Kindersitze, Armaturenbrett, Lenkrad etc. z. B. mit Tüchern abdecken.
- Kinder erst nach Prüfung der Temperatur des Kindersitzes ins Auto setzen.
- Auto vor dem Losfahren durch Öffnen aller Türen gut durchlüften.
- Klimaanlage beim Wegfahren auf niedrige Stufe mit Gebläse auf höchster Stufe einstellen und einige Minuten mit offenen Fenstern fahren. Dann Fenster schließen und für einige Minuten mit Umluft kühlen. Anschließend wieder Frischluftzufuhr einstellen.
- Die Klimaanlage muss trocknen, um ein Wachstum von Keimen zu verhindern. Hierfür die Klimaanlage einige Minuten vor Ende der Fahrt ausschalten.
Umgang mit Lebensmitteln
- Verderbliche Lebensmittel gekühlt lagern.
- Kühlschranktemperatur regelmäßig überprüfen, bei fehlendem eingebautem Thermometer mit einem extra Kühlschrankthermometer. Die Temperatur sollte bei maximal 4 ºC liegen.
- Beim Einkaufen Kühlkette einhalten, ggf. mithilfe von Kühltaschen und Kühlelementen.
- Lebensmittel rasch verbrauchen.
- Verderbliche Lebensmittel nicht unnötig lange im Warmen liegen lassen, z. B. beim Grillen.
- Zubereitete Speisen so rasch wie möglich abkühlen lassen und gekühlt lagern. Kein Warmhalten von Speisen!
- Lebensmittel, z. B. Obst, zum Schutz vor Insekten abgedeckt lagern.
- Müll täglich entsorgen, damit sich keine Bruststätten für Insekten bilden können.
Schutz vor Stechmücken
- Falls möglich: Insektenschutzgitter vor Fenster und Türen.
- Insektenschutzmittel verwenden und abdeckende Kleidung (leichte lange Hosen und Hemden) tragen.
- Stehendes Wasser als Plätze für die Eiablage von Insekten meiden:
- Wassergefüllte Behälter auf dem Balkon oder im Garten (Blumentopfuntersetzer, Gießkanne) regelmäßig ausleeren.
- Regentonnen abdecken.
- Gefäße im Freien umdrehen, damit sich kein Wasser ansammeln kann.
Wann sollten Sie Hilfe suchen?
- Helfen Sie Personen in Ihrer Umgebung, bei denen gefährliche hitzebedingte Gesundheitsprobleme auftreten.
Hitzekollaps
- Bei Zeichen eines Hitzekollapses nach längerem Stehen oder körperlicher Anstrengung in heißer Umgebung, wie:
- Schwindel
- Übelkeit
- Ohnmacht
- evtl. Wasseransammlungen in den Beinen (Hitzeödeme) →
- Kleidung öffnen, in kühle Umgebung bringen, Kühlung und viel trinken. Bei Bewusstlosigkeit Rettungsdienst rufen (112).
Überhitzung
- Bei Zeichen von Überhitzung und Hitzeerschöpfung, wie:
- erhöhte Köpertemperatur bis 40 °C
- Kopfschmerzen, Schwindel
- starker Durst
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwäche, Reizbarkeit und Koordinationsstörungen →
- Kühlung des Körpers mit Eisbeuteln im Leistenbereich und in den Achselhöhlen, unbekleidet mit feuchter Haut vor den Ventilator stellen/setzen, viel trinken.
Hitzschlag
- Bei Zeichen eines Hitzschlags, der sich langsam aus einer Hitzeerschöpfung entwickeln kann oder bei Überanstrengung schnell entsteht:
- erhöhte Körpertemperatur über 40 °C
- Bewusstseinstrübung/Ohnmacht
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Übelkeit
- trockene, heiße und gerötete Haut, fehlendes Schwitzen
- Kreislaufschwäche bis hin zum Schock
- epileptische Anfälle →
- Rettungsdienst rufen (112), bis zum Eintreffen kühlen, möglichst durch Eintauchen in Eiswasser, wenn nicht möflich, durch die oben genannten Maßnahmen. Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich!
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