Harnröhrenausfluss bei Männern
Harnröhrenausfluss bei Männern
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Was ist ein Harnröhrenausfluss bei Männern?
Definition
Es handelt sich um mit bloßem Auge sichtbaren, oder mikroskopisch nachweisbaren Ausfluss aus der Harnröhre (Urethra). Beim Urinieren kann der Ausfluss ein brennendes Gefühl hinterlassen und zu Juckreiz führen. In den meisten Fällen versteckt sich dahinter eine Entzündung der Harnröhre (Urethritis) durch eine sexuell übertragbare Krankheit.
Was kann die Ursache sein?
Häufige Ursachen
Chlamydien-Infektion bei Männern
- Dies ist eine sexuell übertragene Infektion des Unterleibs, die durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht wird.
- Diese Infektion ist die Ursache von 11 bis zu 50 % aller Harnröhrenentzündungen bei Männern. Die Zeit bis zum Auftreten von Symptomen beträgt typischerweise 5–10 Tage.
- Die Symptome sind Juckreiz und ein Brennen beim Urinieren sowie leichter Ausfluss, der etwas schleimig und farblos ist. Nur 1/3 der Betroffenen hat keine Beschwerden bei einer Infektion.
Mykoplasmen-Urethritis
- Sexuell übertragbare Krankheit
- Macht 6–50 % der Harnröhrenentzündungen aus.
- Brennen und Ausfluss sind typische Symptome.
- Der Verdacht besteht vor allem bei einem negativen Chlamydien-Test.
Herpes-simplex-Urethritis bei Herpes genitalis
- Das Herpes-simplex-Virus kann Herpes genitalis mit einer Harnröhrenentzündung verursachen.
- Bei Herpes genitalis treten typischerweise Bläschen und Läsionen im Genitalbereich auf.
- Eventuell wird dies von einer Bindehautentzündung begleitet.
Trichomonas-vaginalis-Urethritis
- Die Ansteckung erfolgt beim Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Frau.
- Die Infektion verläuft bei Männern meist asymptomatisch, eventuell treten Schmerzen beim Wasserlassen oder ein Brennen bei der Ejakulation auf.
Seltene Ursachen
Gonorrhö
- Dies ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoe verursacht wird.
- Die Symptome entstehen nach einer Inkubationszeit von 2–7 Tagen.
- Eine durch Gonorrhö verursachte Harnröhrenentzündung hinterlässt beim Urinieren ein starkes Brennen und wird von gelbem, dickflüssigem Ausfluss begleitet.
Chronische Prostataentzündung (chronische Prostatitis)
- Dies ist eine häufige Erkrankung mit variierenden Symptomen.
- Typische Symptome sind Unterleibsschmerzen, Probleme beim Wasserlassen, Ausfluss und mit Blut vermischtes Sperma.
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?
- Ein Ausfluss aus der Harnröhre sollte immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden.
Untersuchungen
Anamnesegespräch
Zunächst wird die Krankengeschichte erfragt. Folgende Informationen können dabei wichtig sein:
- Wie lange dauern diese Beschwerden schon an?
- Können Sie die Farbe und Konsistenz des Ausflusses beschreiben?
- Können Sie sich erklären, woher die Beschwerden kommen?
- Wurden Sie angesteckt? Kennen Sie die Ansteckungsquelle?
Ärztliche Untersuchung
Die Harnröhrenöffnung, das Genitale und das Skrotum (Hoden und Nebenhoden) werden untersucht, die Lymphknoten in der Leiste werden abgetastet (sind sie vergrößert?) und der Umfang und das Erscheinungsbild des Ausflusses untersucht.
Meistens erfolgt dann die Testung auf sexuell übertragbare Krankheiten. Die Probenentnahme kann durch Auffangen von Ausfluss oder Gewinnung von Harnröhrensekret erfolgen. Dies gelingt in einigen Fällen durch Abstrich an der Harnröhrenmündung. Manchmal ist ein Einführen eines kleinen Wattestäbchens in die Harnröhre erforderlich, um eine aussagekräftige Probe zu gewinnen. Anschließend wird diese in einem Labor analysiert. In einigen Fällen wird auch der Urin untersucht.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen mit Antibiotika, wenn feststeht, welcher Erreger den Harnröhrenausfluss verursacht hat. Dabei werden vor allem antibiotische Wirkstoffe wie Doxycyclin, Azithromycin, Moxifloxacin oder Pristinamycin verordnet.
Bei einigen Erregern ist es sinnvoll, dass eine Nachtestung erfolgt (z. B. bei Mykoplasmen).
Autorin
- Susanna Allahwerde, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Berlin
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Harnröhrenausfluss bei Männern. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
- International Union against Sexually Transmitted Infections (IUSTI): 2016 European guideline on the management of non-gonococcal urethritis. PMID: 27147267 PubMed
- Centers for Disease Control and Prevention: 2021 Sexually Transmitted Diseases Treatment Guidelines. www.cdc.gov
- Wagenlehner FME, Brockmeyer NH; Discher T et al. Klinik, Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Infektionen. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 11-22 www.aerzteblatt.de
- Deutsche STI-Gesellschaft. Leitfaden STI-Therapie und -Prävention. Hinweise zur Therapie ausgewählter sexuell übertragbarer Infektionen (STI) der Deutschen STI-Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit. Stand 2020. dstig.de
- Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG). Sexuell übertragbare Infektionen (STI) – Beratung, Diagnostik und Therapie. AWMF-Leitlinie Nr. 059-006, Klasse S2k Stand 2018. www.awmf.org
- Morris S. Urethritis. BMJ Best Practice. Last reviewed: 16 Jan 2022, last updated: 30 Nov 2021. bestpractice.bmj.com
- Abteilung für Infektionsepidemiologie Robert Koch-Institut. Begleitevaluation zum Chlamydien Screening in Deutschland - Endbericht Chlamydia trachomatis. Stand September 2013. www.rki.de
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2022. Stand 17.09.2021; letzter Zugriff 16.02.2022. www.dimdi.de
- Hohenfellner U: Chronischer Beckenschmerz in der Urologie. In: Berberich HJ, Siedentopf U (Hrsg.): Psychosomatische Urologie und Gynäkologie. München, Basel: Ernst Reinhardt 2016; 41-48.
- BfArM: Fluorchinolone: Einschränkungen in der Anwendung aufgrund von möglicherweise dauerhaften und die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen 16.11.18. www.bfarm.de
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