Furunkel im Gehörgang

Furunkel im Gehörgang

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Was ist ein Furunkel im Gehörgang?

Definition

Ein Gehörgangsfurunkel ist eine bakterielle Infektion eines Haarbalgs im äußeren Gehörgang – dem Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. Beim Furunkel handelt sich um einen kleinen Abszess: Hautgewebe stirbt ab, und es bildet sich ein mit Eiter gefüllter Hohlraum. Davon ist der Haarbalg mit Haarwurzel und Talgdrüse sowie das umliegende Gewebe betroffen. Gehörgangsfurunkel kommen im äußeren, knorpeligen Drittel des Gehörgangs vor. In der Fachsprache wird die Infektion als Otitis externa circumscripta bezeichnet.

Symptome

Gehörgangsfurunkel sind meist mit starken Schmerzen im Gehörgang verbunden: Im Zuge der Infektion kommt es zu einer Schwellung des entzündeten Bereichs. Aufgrund der Enge und der relativ straff gespannten Haut können selbst kleine Furunkel große Schmerzen verursachen.

Der Schmerz wird verstärkt durch:

  • Druck auf den Tragus (knorpelige Erhebung am äußeren Ohr, auf Wangenseite am Eingang zum Gehörgang)
  • Ziehen an der Ohrmuschel
  • Kieferbewegungen

Wenn der Furunkel aufplatzt, entleert sich der Eiter und die Schmerzen lassen sofort nach.

Zudem kann die Schwellung den Gehörgang blockieren, wodurch sich das Hörvermögen reduziert. In schweren Fällen kann sich die Infektion im ganzen Körper ausbreiten. Symptome hierfür sind beispielsweise Fieber, Schüttelfrost und schlechtes Allgemeinbefinden.

Ursachen

Erreger von Furunkeln im Gehörgang ist in den meisten Fällen das Bakterium Staphylococcus aureus.

Folgende Faktoren können die Entstehung von Gehörgangsfurunkeln begünstigen:

  • Verletzungen der Haut im Gehörgang
  • geschwächtes Immunsystem
  • Vorerkrankung mit Diabetes mellitus

Häufigkeit

Gehörgangsfurunkel gelten als relativ seltene Erkrankung. Meist treten sie nur einseitig auf. Das Risiko eines Furunkels nimmt zu, wenn die Haut im Gehörgang verletzt ist. Furunkel kommen gehäuft vor:

  • nach Schwimmbadbesuchen
  • bei winzigen Verletzungen im Gehörgang, z. B. durch Benutzung von Wattestäbchen
  • bei bestehenden Allergien, z. B. auf Kosmetika, Haarwaschmittel oder Nickel

Untersuchungen

Da Gehörgangsfurunkel nur im äußeren Drittel des Gehörgangs entstehen, ist in der Regel eine Ohrspiegelung mit einem Otoskop (Instrument mit Ohrtrichter, Licht und Lupe) ausreichend. Die Diagnose kann in einer Hausarztpraxis gestellt werden.

Behandlung

Zur Behandlung wird der Furunkel mit einem Skalpell oder einer großen Kanüle aufgestochen, sodass der Eiter abfließen kann. Hierfür wird die Haut zuvor oberflächlich betäubt, z. B. durch Kältespray. Bei ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit ist auch eine örtliche Betäubung möglich.

Darüber hinaus können bei Bedarf unterstützende Behandlungen erfolgen:

  • Feuchtverbände mit antientzündlichen Wirkstoffen (z. B. 0,9-prozentige Kochsalzlösung)
  • Desinfektion der betroffenen Stelle mit Antiseptika (z. B. Polihexanid)
  • Schmerzmittel

Bei Allgemeinsymptomen wie Fieber oder Schüttelfrost kann zudem eine Antibiotikatherapie erforderlich sein.

Autorin

  • Nina Herrmann, Wissenschaftsjournalistin, Flensburg

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Gehörgangsfurunkel. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Braun T, Braun F. Otitis externa kann auch tragisch enden. MMW - Fortschritte der Medizin 2018; 160: 44-45. link.springer.com
  2. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM). Ohrenschmerzen. AWMF Leitlinie Nr. 053-009. S2k, Stand 2014 (abgelaufen). www.awmf.org
  3. Altmeyers Enzyklopädie. Gehörgangsfurunkel. Stand 02.03.2020. Letzter Zugriff 02.11.2022. www.altmeyers.org
  4. Simon F. Diagnostik und Behandlung der Otitis externa. HNO 2020; 68: 881-8. link.springer.com
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