Akute Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis)

Akute Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis)

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Epiglottitis – was ist das?

Die Epiglottis ist der Kehldeckel, der am Eingang des Kehlkopfes liegt und während des Schluckens die Atemwege verschließt. Eine Epiglottitis ist eine bakterielle Entzündung des Kehldeckels und betrifft meist Kinder. Sie stellt eine schwere Erkrankung dar, die sehr plötzlich bedrohlich werden kann. Die Kinder haben meist sehr schnell einsetzendes Fieber und befinden sich in einem schlechten Allgemeinzustand, sind also schwer krank. Typisch ist eine schwere und angestrengte, hörbare Atmung. Das Schlucken verursacht häufig erkennbar Schmerzen und erkrankte Kinder sitzen typischerweise in nach vorn gebeugter Haltung, da dies die Atmung erleichtert. Ohne Behandlung kann die Atmung durch die Entzündung so stark behindert sein, dass es zu einer ernsthaften Erstickungsgefahr kommt.

Ursachen

Eine Epiglottitis wird in den meisten Fällen durch das Bakterium Haemophilus influenzae Typ B (Hib) verursacht. Infolge der bakteriellen Entzündung im unteren Bereich des Rachens und des Kehldeckels schwellen die Schleimhäute an und können so die Atemwege verengen. Eine solche Schwellung des Kehldeckels kann die Atemwege letztendlich komplett blockieren und so zum Ersticken führen.

Es handelt sich heutzutage um eine seltene Erkrankung, da die Impfung gegen das Bakterium zu den Standardimpfungen gehört. Kinder in Deutschland werden innerhalb des ersten Lebensjahres dreimal gegen Hib geimpft. Bei der Einschulung lag die Impfquote in Deutschland im Jahr 2014 bei 94 %. Im Jahr 2015 lag die Häufigkeit einer Epiglottitis bei etwa 1 betroffenen Person pro 100.000 Einw.

Diagnostik

Die erste Diagnose ergibt sich in den meisten Fällen aus den geschilderten Beschwerden und dem Verlauf der Erkrankung. Besteht der Verdacht auf Epiglottitis, stellt dies einen Notfall dar, und es erfolgt stets eine Einweisung in ein Krankenhaus. Die klinische Untersuchung sollte daher erst unter kontrollierten Bedingungen im Krankenhaus erfolgen. Dabei geht das ärztliche Personal sehr vorsichtig vor, da eine Untersuchung des Rachens einen Erstickungsanfall auslösen kann. Eine Untersuchung des Blutes erfolgt auf Entzündungsmarker und eventuell in der Blutbahn vorhandene Erreger.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme besteht zuerst darin, die Atemwege freizuhalten, um einen lebensbedrohlichen Erstickungsanfall zu verhindern. Dies kann so weit gehen, dass das Kind zur Sicherheit intubiert, d. h. über einen Schlauch in den Atemwegen beatmet werden muss. Im Krankenhaus können darüber hinaus weitere unterstützende Maßnahmen erfolgen, wie die intravenöse Verabreichung von Flüssigkeit.

Die ursächliche Infektion wird dagegen schnellstmöglich mit Antibiotika behandelt. Manchmal kann diese Behandlung bereits außerhalb des Krankenhauses eingeleitet werden.

Prävention/Impfung

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist die Impfung. Erfolgt die Impfung nicht im Säuglingsalter, wird eine Nachholimpfung für Kinder unter 5 Jahren empfohlen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung für die Sechsfach-Impfung im Säuglingsalter aktualisiert und empfiehlt statt dem bisherigen 3+1-Impfschema für gesunde Neugeborene das reduzierte 2+1-Impfschema. Das heißt, für die Grundimmunisierung soll nur noch zweimal im Abstand von 2 Monaten und danach einmal im Abstand von mindestens 6 Monaten geimpft werden.

Frühgeborene vor der 37. Schwangerschaftswoche erhalten aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems weiterhin das 3+1-Impfschema mit 4 Impfstoffdosen im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten. Für Kinder im Alter von 1–4 Jahren ist eine einmalige Impfung ausreichend.

Bei Infektion mit Haemophilus influenzae Typ B wird für alle Personen im gleichen Haushalt ab 1 Monat (ausgenommen Schwangere) eine präventive Behandlung mit Antibiotika empfohlen, wenn sich dort ein ungeimpftes Kind bis 4 Jahre oder eine Person mit relevantem Immundefekt befindet. Auch wenn in einer Gemeinschaftseinrichtung mehr als ein Fall auftritt und dort unzureichend geschützte Kinder betreut werden, sollten alle Kinder und Betreuende unabhängig vom Impfstatus eine prophylaktische Behandlung erhalten.

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