Drakunkulose

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Was ist Drakunkulose?

Die Drakunkulose (auch Guineawurminfektion, Medinawurminfektion, Dracunculiasis, Dracontiasis) ist eine durch Trinkwasser übertragene Infektionskrankheit, die durch den Fadenwurm (auch Rundwurm) Dracunculus medinensis verursacht wird.

Die Larven des Fadenwurms infizieren in Süßwasser lebende, mikroskopische Krebstiere, die vom Menschen verschluckt werden können. Im menschlichen Darm lösen sich die Krebstiere auf und setzen die Larven frei. Diese durchdringen die Darmwand und breiten sich im Körper aus. Sie reifen und entwickeln sich zu Würmern. Befruchtete weibliche Würmer wandern in die Unterhaut und erreichen schließlich die Hautoberfläche. An der Stelle, an der der 70–130 cm lange Wurm durch die Haut bricht, bildet sich eine schmerzhafte Wunde. Kommt der Wurm dann wieder mit Wasser in Berührung, stößt er eine große Menge Larven ab, und der Kreislauf beginnt von vorne.

Wo und wie häufig kommt sie vor?

Früher war dieser Parasit weit verbreitet, doch heutzutage gilt er als fast ausgerottet. Nur noch in vereinzelten afrikanischen Ländern wurden in den vergangenen Jahren einige wenige Infektionen verzeichnet.

Bis zum Jahr 1985 gab es etwa 3,5 Millionen neue Fälle pro Jahr. Im Jahr 2018 wurden weltweit nur 28 neue Fälle gemeldet. Diese waren verteilt auf die Länder Tschad, Angola und Südsudan. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeitet aktiv mit anderen internationalen Zentren zusammen, um die Drakunkulose auszurotten.

Symptome

Menschen werden durch die Aufnahme von Trinkwasser infiziert, das mit Larven des Parasiten verunreinigt ist. Es kann aber oft ein Jahr dauern, bevor die Larven sich zu Würmern entwickelt haben und die weiblichen Würmer an die Hautoberfläche gelangen.

Während sich der Parasit im Körper des Betroffenen entwickelt, haben die meisten keinerlei Symptome. Wenn die Larven gegen die Haut stoßen, bildet sich eine schmerzhaft brennende Blase. Sie platzt nach 1-3 Tagen auf und bildet eine sehr schmerzhafte Wunde, aus der der weiße, spaghettiartige Wurm austritt. In dieser Phase können Betroffene auch Allgemeinsymptome und Fieber aufweisen.

Die Hautgeschwüre finden sich meist an den Füßen oder Beinen und schmerzen, solange der Wurm Stück für Stück nach außen kommt. Dieser Prozess kann mehrere Tage bis Wochen dauern. Um die Schmerzen zu lindern, halten die Betroffenen ihre Füße oft ins Wasser; dann jedoch kann der weibliche Wurm zahlreiche infektiöse Larven abgeben, die das Wasser kontaminieren.

Der Krankheitsverlauf ist meist gutartig, aber sehr schmerzhaft. Folgeinfektionen an der Wundstelle können zu allgemeinen Infektionskrankheiten, entzündlichen Gelenkerkrankungen und anhaltender Beeinträchtigung führen.

Diagnostik

Das Aussehen der Wunde und des Wurmes sind typisch und werden in Endemiegebieten auch von Laien erkannt. Es gibt keine serologischen Tests für den Nachweis des Erregers.

Behandlung

Es gibt keine wirksame Behandlung und kein Medikament gegen den Guineawurm. Wenn er in den Körper gelangt ist, wächst er dort auch heran und verschafft sich seinen Ausweg durch die menschliche Haut.

Sobald der Wurm aus der Wunde austritt, kann man ihn vorsichtig Tag für Tag um einige Zentimeter herausziehen. Bei einer Gesamtlänge von bis zu 130 cm kann es sich dabei um Wochen handeln.

Wichtig ist eine gute Wundpflege, um Folgeinfektionen zu vermeiden. Der Verlauf ist in den meisten Fällen gut. Es kann jederzeit zu einer erneuten Infektion kommen, wenn man wieder mit verunreinigtem Trinkwasser in Kontakt kommt.

Prävention

Die Krankheit kann effektiv und vollständig durch Vorsichtsmaßnahmen beim Trinkwasser verhindert werden:

  • Wasser nur aus sicheren Quellen trinken.
  • Menschen mit durch den Guineawurm verursachten offenen Wunden sollten sich nicht Trinkwasserquellen nähern, damit der austretende Wurm bei Wasserkontakt nicht seine Larven abgeben kann.
  • Unsichere oder verunreinigte Trinkwasserquellen werden mit Desinfektionsmitteln behandelt, die sowohl die kleinen Krebstiere als auch die Larven abtöten. Außerdem stehen spezielle Filter zur Entfernung von Krebstieren zur Verfügung.
  • Wichtige zusätzliche Faktoren zur Verhinderung der Ausbreitung sind eine gute Wundversorgung und die Verwendung von engen Bandagen.

Durch zahlreiche Maßnahmen ist es in den letzten Jahren gelungen, die Krankheit stark einzudämmen.

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