Brief Resolved Unexplained Event (BRUE)
Brief Resolved Unexplained Event (BRUE)
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Was ist ein Brief Resolved Unexplained Event?
Definition
Der englische Begriff „Brief Resolved Unexplained Event (BRUE)“ steht für ein kurzes, abgeschlossenes, unerklärliches medizinisches Ereignis bei Kindern unter 1 Jahr.
Der Begriff wird für Kinder verwendet, die schwer krank zu sein scheinen, z. B. mit unregelmäßiger Atmung oder Atemstillstand. In der Regel lässt sich keine Ursache feststellen.
Es wird in „Niedrig-Risiko”- und „Hoch-Risiko”-Gruppen unterteilt. Ein niedriges Risiko besteht bei:
- Lebensalter über 60 Tage
- keine Frühgeburt vor der 32. Schwangerschaftswoche
- keine Notwendigkeit für Wiederbelebungsmaßnahmen
- Dauer des Ereignisses unter 1 Minute
- erstes Ereignis dieser Art
Ein höheres Risiko besteht auch, wenn sich bei der ärztlichen Untersuchung Auffälligkeiten ergeben.
Für die Eltern sind derartige Ereignisse eine sehr schwierige Erfahrung. Suchen Sie ärztlichen Rat oder wählen Sie den Notruf (112), wenn Sie akute medizinische Hilfe benötigen.
Symptome
Das Ereignis dauert in der Regel weniger als 1 Minute an. Dabei kann das Kind unregelmäßig atmen oder die Atmung setzt aus. Häufig verändert sich die Hautfarbe, die Haut wird blass oder färbt sich blau. Die Muskelspannung kann ab- oder zunehmen. Zudem kann das Kind bewusstlos sein oder benommen wirken.
Ursachen
Laut Definition wird ein Brief Resolved Unexplained Event (BRUE) nicht durch eine Erkrankung verursacht. Die Ursache für das Ereignis ist nicht bekannt.
Häufigkeit
Ein BRUE tritt bei 4–5 von 1.000 Säuglingen auf.
Untersuchungen
- Die meisten Anfälle dieser Art sind von kurzer Dauer und das Kind hat sich oft schon wieder erholt, wenn es ärztlich untersucht wird. Daher ist eine genaue Beschreibung des Ereignisses wichtig.
- Im Arztgespräch werden Vorerkrankungen und Entwicklung des Kindes ausführlich erfragt.
- Zudem findet eine gründliche körperliche Untersuchung statt. Dabei werden u. a. Herz und Lunge abgehört und die Reflexe geprüft.
- Weiterführende Untersuchungen werden nur bei Verdacht auf eine Erkrankung oder bei einem erhöhten Risiko empfohlen.
Behandlung
Bei einem akuten Ereignis werden die Patient*innen stimuliert. Wenn Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig sind, wird eine andere Diagnose gestellt.
Wenn bei der Untersuchung eine zugrunde liegende Erkrankung gefunden wird, wird diese behandelt.
Autorin
- Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Brief Resolved Unexplained Event (BRUE). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
- Tieder JS, Bonkowsky JL, Etzel RA, et al. Brief Resolved Unexplained Events (Formerly Apparent Life-Threatening Events) and Evaluation of Lower-Risk Infants. Pediatrics 2016; 137(5) pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Nassr N, DeLaroche A, Neuman M, et al. Epidemiology of brief resolved unexplained events and impact of clinical practice guidelines in general and pediatric emergency departments. Academic Emergency Medicine 2024, 635-725. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- S3-Leitlinie Kindesmisshandlung, - missbrauch, -vernachlässigung unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik (Kinderschutzleitlinie) (abgelaufen) register.awmf.org
- Lukas R Austin-Page, Christine S Cho. Brief resolved unexplained events: practical evaluation and management in the emergency department. Pediatr Emerg Med Pract 2024 pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Nassr N, DeLaroche A, Bonkowsky JL, et al. Brief Resolved Unexplained Event: Evidence-Based and Family-Centered Management. Pediatr Rev 2024 560-572 pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
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