Bandscheibenschäden im Lendenwirbelbereich mit Einengung von Nervenwurzeln

Bandscheibenschäden im Lendenwirbelbereich mit Einengung von Nervenwurzeln

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Was sind Bandscheibenschäden im Lendenwirbelbereich mit Einengung von Nervenwurzeln?

Definition

Die Wirbelsäule besteht aus Wirbelkörpern, zwischen denen sich die Bandscheiben befinden. Durch Belastungen und altersbedingten Verschleiß werden die Bandscheiben im Lauf der Zeit geschwächt. Schließlich kann es zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Dadurch können von der Wirbelsäule abgehende Nerven (sog. Nervenwurzeln) gereizt oder geschädigt werden.

Am häufigsten ist der Ischiasnerv betroffen, mit Schmerzen, die in die Rückseite des Beins ausstrahlen.

Ein Bandscheibenvorfall im unteren Bereich der Wirbelsäule kann das Nervenbündel der sog. Cauda equina (lat. für Pferdeschwanz) einengen. Das Kauda-Syndrom tritt jedoch eher selten auf.

Symptome

Im unteren Rücken bestehen Schmerzen, die häufig plötzlich nach akuter Belastung einsetzen. Die Schmerzen können in ein oder beide Beine ausstrahlen. Zusätzlich können im betroffenen Bereich Sensibilitätsstörungen und/oder Lähmungen auftreten.

Beim sog. Kauda-Syndrom kommt es zu Störungen von Harnblase und Mastdarm, z. B. Harnverhalt, vermehrtes Wasserlassen, Inkontinenz. Auch sexuelle Funktionsstörungen kommen vor. Vollständiger Harnverhalt (die gefüllte Harnblase kann nicht spontan entleert werden) stellt ein Warnsignal dar, Sie sollten unverzüglich ärztliche Hilfe suchen!

Ursachen

Jede Bandscheibe der Wirbelsäule besteht aus einem festen äußeren Ring mit einem weichen, gallertartigen Kern in der Mitte. Die harte Außenhülle ist im hinteren Bereich oft etwas schwächer und kann infolge altersbedingter Abnutzung oder bei akuter Belastung reißen. Teile des weichen Kerns können dann nach außen dringen und eine Art Ausbuchtung auf der Außenseite der Bandscheibe bilden. Diese Ausbuchtung wird auch als Bandscheibenvorfall oder Prolaps bezeichnet. Drückt der Bandscheibenvorfall auf die aus den Zwischenwirbellöchern austretenden Nerven, so kann dies Schmerzen verursachen und zu Nervenschäden führen. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen.

Ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenschäden besteht bei Fehlhaltungen, geringer körperlicher Kondition, schwach ausgebildeter Rumpfmuskulatur, schwerer körperlicher Belastung und Verschleiß der Wirbelsäule.

Häufigkeit

Bandscheibenvorfälle mit Beteiligung von Nervenwurzeln betreffen 0,2–0,5 % der Bevölkerung in Deutschland. Über die Hälfte aller Bandscheibenvorfälle verursachen keine Symptome.

Untersuchungen

Ihre Ärztin/Ihr Arzt führt eine körperliche Untersuchung des unteren Rückens durch. Bei ausstrahlenden Schmerzen werden zudem Sensibilität und Kraft im betroffenen Bereich geprüft. In einer neurologischen Untersuchung werden die Muskelreflexe getestet.

Bei anhaltenden Beschwerden oder ausgeprägten neurologischen Störungen wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) empfohlen.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist, Schmerzen zu lindern, bleibende neurologische Schäden zu verhindern und die körperliche Belastbarkeit wiederherzustellen.

In den meisten Fällen bilden sich die Symptome innerhalb von 6–12 Wochen zurück. Meistens ist eine konservative Behandlung ausreichend.

Nichtmedikamentöse Therapie

  • Mit einer Physiotherapie sollte möglichst bald begonnen werden.
  • Wenn die akuten Schmerzen nachlassen, wird Bewegungstherapie empfohlen.
  • Bei psychosozialen Risikofaktoren für die Entwicklung chronischer Schmerzen kann eine psychologische Schmerztherapie bzw. Verhaltenstherapie sinnvoll sein.
  • Auch Entspannungsverfahren, Akupunktur, Elektrotherapie, Ultraschall, Massage, Wärmeanwendungen und Bäder können helfen.

Medikamente

  • Je nach Stärke und Art der Schmerzen können unterstützend verschiedene Schmerzmittel (z. B. NSAR) eingesetzt werden.
  • Insbesondere bei längerer Anwendung sollte das Risiko von Nebenwirkungen beachtet werden.
  • Bei starken Muskelverspannungen können für kurze Zeit Muskelrelaxanzien verschrieben werden.
  • Bei akuten Schmerzen können schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel (Lokalanästhetika und/oder Kortison) in den Schmerzausgangspunkt an der Wirbelsäule gespritzt werden.

Operation

  • Das Kauda-Syndrom ist ein Notfall, der eine sofortige Operation erfordert. Die Operation sollte so schnell wie möglich, am besten innerhalb der ersten 24 Stunden und keinesfalls später als nach 48 Stunden, erfolgen.
  • Auch bei neurologischen Ausfällen (z. B. Muskellähmungen) ist eine zeitnahe Operation erforderlich.
  • Eine Operation kann zudem erwogen werden, wenn sich die Beschwerden unter konservativen Maßnahmen nach 6–12 Wochen nicht bessern.
  • Der hervorgetretene Anteil der Bandscheibe wird in der Regel mikrochirurgisch entfernt.
  • In Ausnahmefällen kann eine Versteifung der Wirbelsäule (Spondylodese) vorgenommen werden.
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