B-Streptokokken in der Schwangerschaft
B-Streptokokken in der Schwangerschaft
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Was bedeuten B-Streptokokken in der Schwangerschaft?
Definition
B-Streptokokken sind Bakterien. Sie kommen natürlicherweise in Darm und Scheide vor und können von der Mutter auf das Neugeborene übergehen. Sie sind die häufigste Ursache für gefährliche Infektionen bei Neugeborenen.
Symptome
B-Streptokokken können eine schwere Erkrankung des neugeborenen Kindes auslösen. Neugeborene können eine Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung (Meningitis) bekommen. Eine Ausbreitung im Blut ist möglich. Dies nennt man Blutvergiftung (Sepsis).
- Schwangere Frauen haben meistens keine Beschwerden. Sie können eine symptomlose Blasenentzündung entwickeln. Manchmal kommt es zu einer Entzündung des Fruchtwassers und der schwangeren Gebärmutter mit Fieber und Herzrasen (Amnioninfektionssyndrom) oder einer Entzündung der Gebärmutter nach der Geburt.
- Frühe Form: Bei der frühen Form wird das Kind meist innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt schwer krank. Es kommt zur Lungenentzündung, evtl. mit Fieber, manchmal entwickelt sich eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Auch die Knochen und die Gelenke können sich entzünden. Die Bakterien neigen dazu, sich im Blut zu verteilen und den ganzen Körper zu befallen. Diese Situation ist für das Kind sehr gefährlich und muss sofort auf der Intensivstation behandelt werden, unter anderem mit Flüssigkeitsgabe und Antibiotika.
- Späte Form: Kinder, die später nach der Geburt erkranken, leiden oft unter einer Hirnhautentzündung. Sie bekommen dann Fieber und werden reizbar. Die späte Form verläuft oft milder als die frühe.
Ursachen
B-Streptokokken leben meist unbemerkt im Darm und in der Scheide. Unter den Schwangeren tragen etwa 16–18 % die Bakterien in sich. Manchmal besiedeln B-Streptokokken den Körper dauerhaft, manchmal nur für einige Zeit. Während Erwachsene meist keine Beschwerden haben, sind sie für Neugeborene gefährlich. Ein Kaiserschnitt bietet aber keinen sicheren Schutz vor einer Übertragung!
- Frühe Form: Das Neugeborene erkrankt kurz nach der Geburt. Die Übertragung ist dabei oft schon im Mutterleib passiert: Bakterien gelangen durch das Fruchtwasser zum Kind. Das Risiko ist erhöht, wenn die Mutter Fieber entwickelt, bei einer Frühgeburt und bei einer vorzeitigen Ablösung des Mutterkuchens (Plazenta). Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit, wenn zwischen dem Blasensprung und der Geburt mehr als 18 Stunden vergehen. Man kann um die Geburt herum einen Abstrich des Anogenitalbereichs machen – wenn sich Erreger finden, ist das Risiko ebenfalls erhöht.
- Späte Form: Das Kind kann bis 3 Monate nach der Geburt erkranken. Dies geschieht durch Hautkontakt zur Mutter oder zum Krankenhauspersonal.
Häufigkeit
Streptokokken sind weit verbreitet. Etwa 16–18 % aller schwangeren Frauen tragen B-Streptokokken in sich und haben meistens keine Symptome. Durch die Vorbeugung mit modernen Medikamenten ist der schwere Verlauf beim Neugeborenen seltener geworden.
Untersuchungen
Durch einen Abstrich aus dem Anogenitalbereich kann man Streptokokken nachweisen – allerdings wird dies nicht in den Mutterschaftsrichtlinien empfohlen. Daher übernehmen die Krankenkassen nicht immer die Kosten. Es könnte jedoch sein, dass in Zukunft alle schwangeren Frauen einen Abstrich machen sollen, da diese Untersuchung von der Fachgesellschaft für Neugeborenen-Medizin empfohlen wird.
Bei einem Blasensprung vor der 37. Schwangerschaftswoche wird immer ein Abstrich gemacht. Außerdem wird eine Urinprobe auf Bakterien überprüft. Wenn B-Streptokokken gefunden werden, beginnt man mit einer vorbeugenden Antibiotikatherapie.
Behandlung
Am wichtigsten ist es, eine Übertragung auf das Kind zu verhindern. Wenn Sie schwanger sind und B-Streptokokken tragen, erhalten sie zur Vorbeugung ein Antibiotikum. Gleiches gilt, wenn Sie Fieber haben, eine Frühgeburt erwarten oder zwischen Blasenprung und Geburt mehr als 18 Stunden vergehen.
Antibiotikum
Sie erhalten eine Infusion mit einem Antibiotikum, um die Streptokokken, die Sie tragen, zu bekämpfen. Dies soll Ihr Kind schützen. Anschließend bekommen Sie bis zur Entbindung regelmäßig Infusionen mit dem Antibiotikum.
Immer Antibiotikum bei Bakterien im Harn
Falls Sie die Bakterien mit dem Harn ausscheiden, sollten Sie das Antibitikum jeden Fall erhalten. Es ist dabei egal, ob Sie Symptome haben oder nicht.
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