Asthmaanfall bei Erwachsenen

Asthmaanfall bei Erwachsenen

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Was ist ein Asthmaanfall?

Definition

Ein Asthmaanfall (auch akute Asthmaexazerbation genannt) äußert sich in akuter Atemnot mit erschwerter Atmung, oft pfeifenden Geräuschen bei der Atmung (v. a. Ausatmung), Husten, Engegefühl in der Brust, Unruhe oder auch Angst der Betroffenen. Ein Asthmaanfall sollte sofort behandelt werden. Die meisten Menschen mit Asthma erleiden irgendwann einen Asthmaanfall, einige auch häufiger; selten tritt ein Asthmaanfall auf, ohne dass zuvor die Diagnose Asthma gestellt worden ist.

Ein Asthmaanfall von mindestens 24 Stunden Dauer trotz Therapie wird als Status asthmaticus bezeichnet und ist potenziell lebensbedrohlich.

Symptome

Akute Asthmaanfälle können nach Schweregrad in leicht, mittelschwer und schwer eingeteilt werden.

Leichter bis mittelschwerer Anfall

Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall verstärken sich die Asthmasymptome, z. B. Husten und Atemnot. Aber die Patient*innen werden durch den Anfall nicht besonders beeinträchtigt und können ohne große Einschränkungen sprechen. Solche Anfälle können die betroffenen Personen in der Regel selbst behandeln, indem sie schnellwirksame Beta-2-Agonisten nehmen (Asthmaspray). Diese Wirkstoffe führen zur Erweiterung der durch das Asthma verengten Bronchien, sodass die Betroffenen wieder leichter ein- und ausatmen können.

Mittelschwerer bis schwerer Anfall

Ein mäßig ausgeprägter bis schwerer Asthmaanfall beginnt mit erschwerter Atmung. Den Betroffenen fällt es schwer zu sprechen, sie husten und spüren evtl. ein Engegefühl in der Brust. Luft zu bekommen, wird immer anstrengender; das Ausatmen dauert deutlich länger als normalerweise. Häufig sind Pfeifgeräusche beim Atmen zu hören. Wegen der Luftnot können die Betroffenen kaum noch sprechen. Sie können auch blass werden, sehr schnell atmen und eine erhöhte Herzfrequenz haben. Meist entwickelt sich ein Asthmaanfall langsam über mehrere Stunden, allerdings können die Symptome sich auch innerhalb von Minuten extrem verstärken.

Lebensbedrohlicher Anfall

Bessern sich die Beschwerden nicht, wird die betroffene Person nach einer Weile erschöpft sein: Sie/er schafft es nicht mehr tief ein- und auszuatmen oder zu husten und wirkt evtl. benommen. Die Atmung verlangsamt sich, der Pulsschlag wird langsamer. Dies sind Alarmsignale; so schnell wie möglich sollte notärztliche Hilfe vor Ort sein. Evtl. ist auch ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig.

Ursachen

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der sich die Bronchien anfallsartig verengen.

Akute Anfälle entstehen oft infolge einer allmählichen Verschlimmerung eines chronischen, möglicherweise nicht ausreichend behandelten Asthmas. Bei allergischem Asthma können Asthmaanfälle zu bestimmten Jahreszeiten (z. B. während des Pollenflugs) gehäuft auftreten.

Ein akuter Asthmaanfall wird häufig durch äußere Faktoren ausgelöst, z. B. Infektionserkrankungen, Allergene (Pollen, Tierhaare, Staub), Luftverschmutzung, Rauch, kalte Luft, manche Medikamente (Acetylsalicylsäure und andere Schmerzmittel sowie Betablocker), Rückfluss von Magensäure (Reflux), körperliche Belastung oder auch psychische Faktoren.

Häufigkeit

  • Weltweit kam es 2015 schätzungsweise zu 400.000 Todesfällen wegen eines Asthmaanfalls.
  • Die Zahl der Menschen, die an Asthma leiden, nimmt seit zwei Jahrzehnten zu, wobei es trotzdem seltener zu Todesfällen kommt.
  • 2021 wurden in Deutschland 17.119 Patient*innen wegen des Asthmas im Krankenhaus behandelt, davon starben 35 Personen.

Behandlung

  • Beginnt der Asthmaanfall, sollten Sie versuchen, ruhig zu bleiben und eine bequeme Position einnehmen, wenn möglich an einem ruhigen Ort.
  • Möglicherweise haben Sie von Ärzt*innen, Therapeut*innen oder bei einer Schulung Techniken erlernt, die die Atmung erleichtern – diese sollten Sie anwenden. Sie können z. B. die Arme aufstützen und durch die sog. Lippenbremse ausatmen. Dabei lassen Sie die Lippen bei der Ausatmung locker aufeinander liegen.
  • Beobachten Sie eine Person mit akutem Asthmaanfall, sollten Sie versuchen, auch selbst ruhig zu bleiben und sie/ihn zu einer möglichst ruhigen Atmung anzuleiten.

Medikamente

  • Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Medikamente für die Akutbehandlung, die ggf. ärztlich verschrieben wurden.
  • Ist eine Person bereits wegen Asthma in Behandlung, werden die behandelnden Ärzt*innen für den Notfall einen genauen Plan erstellt und besprochen haben. Die betroffene Person sollte die dort aufgeführten Medikamente schnell laut Plan anwenden und sich dabei ggf. von jemandem helfen lassen.
  • Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung von akuten Asthmaanfällen sind kurzwirksame Beta-2-Agonisten (z. B. Salbutamol) zum Inhalieren als Spray. Diese Wirkstoffe erweitern die Atemwege, sodass die Luft wieder leichter durch die Bronchien strömen kann. 2–4 Hübe sollten in der Regel eingeatmet werden; bei Bedarf nach 10–15 Minuten nochmals.
  • Möglicherweise wurde Ihnen zusätzlich ein Kortisonpräparat für solche Situationen verordnet, das Sie ebenfalls einnehmen sollten.

Ärztliche Behandlung

  • Wenn sich die Symptome nicht schnell verbessern, sie nach kurzer Zeit erneut auftreten oder Sie körperlich sehr erschöpft sind, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen.
  • Das ärztliche Personal entscheidet, ob ein anderes Medikament eingesetzt wird oder Sie ins Krankenhaus gebracht werden sollen.
  • Bei ernsten Anfällen wird empfohlen, Sauerstoff zuzuführen; ggf. ist sogar eine künstliche Beatmung notwendig. Außerdem können Medikamente direkt ins Blut injiziert werden.

Asthmaanfall in der Schwangerschaft

  • In der Schwangerschaft soll bei einem Asthmaanfall frühzeitig eine Sauerstoffbehandlung eingeleitet und der Fötus überwacht werden.
  • Ein schwerer Asthmaanfall in der Schwangerschaft wird im Krankenhaus behandelt.
  • Die medikamentöse Behandlung erfolgt in der Schwangerschaft wie bei nicht schwangeren Patient*innen.

Weitere Behandlung

  • Ein akuter Asthmaanfall kann auf die Verschlechterung der Erkrankung oder eine unzureichende medikamentöse Behandlung hinweisen.
  • Deshalb sollten Sie sich einige Tage nach einem (schweren) Anfall nochmals sorgfältig untersuchen lassen und abklären, ob Ihre Therapie noch adäquat ist oder evtl. die Medikation verändert werden sollte, um erneuten Asthmaanfällen besser vorzubeugen. 
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