Anstrengungskopfschmerz
Anstrengungskopfschmerz
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Was sind Anstrengungskopfschmerzen?
Definition
Anstrengungskopfschmerzen sind Kopfschmerzen, die durch jede Form von körperlicher Anstrengung ausgelöst werden, ohne dass eine Erkrankung innerhalb des Kopfes zugrunde liegt.
Der Anstrengungskopfschmerz gehört zu den primären Kopfschmerzerkrankungen, die u. a. auch Migräne und Spannungskopfschmerzen umfassen.
Symptome
Anstrengungskopfschmerzen zeigen sich als pochend, pulsierende Kopfschmerzen, die beidseitig im Kopf auftreten. Sie treten bei einem Großteil der Patient*innen innerhalb von 30 Minuten nach dem Beginn der Anstrengung auf und halten 5 Minuten bis maximal 48 Stunden an.
Wenn diese Beschwerden auftreten, sollten Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt aufsuchen:
- plötzlicher schwerer Kopfschmerz
- über mehrere Tage zunehmender Kopfschmerz
- neuartiger Kopfschmerz, Änderungen des bekannten Kopfschmerzmusters
- anhaltender einseitiger Kopfschmerz
- neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprechstörungen etc.
- Nackensteifigkeit
- Kopfschmerzen, die zum Erwachen führen.
- Beschwerden/Schmerzen in den Nebenhöhlen, Augen, Ohren
- Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Krankheitsgefühl
Ursachen
Anstrengungskopfschmerzen können durch jede länger anhaltende körperliche Anstrengung ausgelöst werden, die zu einem deutlichen Pulsanstieg führt. Warum genau das passiert, ist bisher nicht vollständig verstanden. Vermutet wird, dass bei Patient*innen mit Anstrengungskopfschmerzen der die Gefäße im Kopf vorübergehend erweitert sind oder der Blutrückfluss über die Kopfvenen gestört ist. Dauerhafte Veränderungen im Gehirn können nicht nachgewiesen werden.
Hohe Außentemperaturen und/oder Hitze sowie große Höhen können das Auftreten von Anstrengungskopfschmerzen begünstigen.
Häufigkeit
Zur Häufigkeit existieren nur wenige Daten. Die Zahlen bewegen sich zwischen 1 und 13 % der körperlich aktiven Erwachsenen.
Am häufigsten treten Anstrengungskopfschmerzen im jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal auf, wobei Frauen etwas häufiger betroffen zu sein scheinen als Männer. Etwa die Hälfte der Patient*innen leidet zusätzlich unter Migräne, einige unter Kopfschmerzen bei sexueller Aktivität.
Untersuchungen
Anamnesegespräch
Zu Beginn Ihrer Untersuchung wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt versuchen, möglichst viele Informationen zu Ihren Kopfschmerzen zu erheben. Dazu gehört, wo Sie die Schmerzen spüren und wie sie sich anfühlen. Wann die Kopfschmerzen auftreten, wie lange sie andauern und ob Sie zusätzlich weitere Beschwerden (z. B. Nackensteifigkeit, Fieber, Gewichtsverlust) haben.
Körperliche Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung wird überprüft, ob bei Ihnen Anzeichen einer Erkrankung vorliegen, die Kopfschmerzen verursachen kann.
Einweisung ins Krankenhaus
Sind Sie das erste Mal von Anstrengungskopfschmerzen betroffen, muss ausgeschlossen werden, dass eine schwere Erkrankung Auslöser der Kopfschmerzen ist. Sie werden dafür in ein Krankenhaus eingewiesen, wo eine Computertomografie (CT)/CT-Angiografie durchgeführt wird.
Bei Patient*innen mit Verdacht auf eine auslösende Erkrankung können weitere Untersuchungen wie die Magnetresonanztomografie (MRT)/MR-Angiografie oder eine Lumbalpunktion (Entnahme von Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal) notwendig sein.
Behandlung
Allgemeinmaßnahmen
Das Ziel der Behandlung ist es, die Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzattacken zu reduzieren. Am wichtigsten sind dafür folgende Allgemeinmaßnahmen:
- Vermeidung der auslösenden Aktivität
- Verlängertes Aufwärmen vor Belastungen
- Allmähliche Steigerung des Belastungslevels über Wochen/Monate
- Verzicht auf einengende Kopfbedeckung
- Vermeidung von Anstrengung bei Hitze
- Vermeidung von Anstrengung in großer Höhe
Medikamente
Lindern die allgemeinen Maßnahmen die Kopfschmerzen nicht, kann eine ergänzende medikamentöse Therapie mit steroidalen Antirheumatika (NSAR) eingeleitet werden. Eingesetzt wird beispielsweise Naproxen, das schmerzlindernd wirkt und auch prophylaktisch eine Stunde vor einer körperlichen Belastung eingenommen werden kann.
Sollten Sie eine Unverträglichkeit gegenüber NSAR besitzen, besteht die Möglichkeit, Betablocker einzusetzen. Bei gleichzeitig bestehender Migräne sind Triptane eine Option.
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