Serotonin-Syndrom
Serotonin-Syndrom
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Was ist das Serotonin-Syndrom?
Definition
Das Serotonin-Syndrom wird durch einen erhöhten Serotoninspiegel im Zentralnervensystem ausgelöst. Es kann bei der Einnahme von Medikamenten auftreten, die zu hohen Konzentrationen des Botenstoffs Serotonin im Körper führen (z. B. Antidepressiva). Das ist möglich, wenn Patient*innen die Dosis eines Medikaments, das den Serotoninspiegel beeinflusst, erhöhen oder mit der Einnahme eines weiteren Medikamentes beginnen. Auch bestimmte Drogen und Nahrungsergänzungsmittel können das Serotonin-Syndrom auslösen.
Symptome
Die Symptome eines Serotonin-Syndroms reichen von Zittern und Schwitzen bis hin zu ernsthaften Symptomen wie Bewusstseinsstörungen, Fieber und Krämpfen. Schwere Serotonin-Syndrome können ohne Behandlung tödlich enden.
Die Symptome variieren je nach Person und unterscheiden sich in ihrer Stärke. Symptome eines Serotonin-Syndroms treten innerhalb von 6–24 Stunden nach der Einnahme eines neuen Medikaments oder nach Erhöhung der Dosis eines bereits über einen längeren Zeitraum eingenommen Medikaments auf. Ein Teil der Betroffenen zeigt bereits innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme erste Symptome.
Mögliche Symptome sind Unruhe, Verwirrtheit, Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, Fieber, Durchfall, erweiterte Pupillen, Muskelkrämpfe und Bewusstseinstrübung. Schwere Fälle können lebensbedrohlich sein.
Ursachen
Serotonin wird von Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark produziert und trägt zur Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus, der Stimmung und der Körpertemperatur bei. Andere Zellen im Körper, insbesondere im Verdauungstrakt, produzieren ebenfalls Serotonin. Serotonin spielt auch für die Steuerung der Verdauung und des Blutkreislaufs eine wichtige Rolle. Eine zu hohe Serotonin-Konzentration kann das Serotonin-Syndrom auslösen.
Ein erhöhter Serotoninspiegel im Zentralnervensystem kann auf verschiedene Arten entstehen. In gewissen Fällen kann das Syndrom bereits nach Einnahme eines einzigen Medikaments, das die Serotoninmenge im Körper erhöht (z. B. Antidepressiva), auftreten. Meist entwickeln sich die Symptome aber erst nach Dosissteigerung, Überdosierung oder der Einnahme von mehreren Substanzen.
Die häufigste Ursache des Serotonin-Syndroms sind Medikamenten, die zur Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin führen, z. B. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).
Weitere mögliche Ursachen sind die Hemmung des Serotoninabbaus (z. B. durch MAO-Hemmer) sowie eine erhöhte Freisetzung von Serotonin oder eine Aktivierung der Rezeptoren durch bestimmte Drogen (u. a. Amphetamine, MDMA, Kokain, LSD).
Auch Opioide, Antibiotika, Erkältungsmedikamente (z. B. Dextrometorphan) und Nahrungsergänzungsmittel (z. B. mit L-Tryptophan) können den Serotoninspiegel erhöhen.
Bei der kombinierten Einnahme von Migräne-Medikamenten (Triptanen) und Antidepressiva scheint das Risiko laut einer aktuellen Studie gering zu sein.
Häufigkeit
Die Häufigkeit des Serotonin-Syndroms ist nicht bekannt. Aber aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Medikamenten, die den Serotoninspiegel beeinflussen, ist von einer Zunahme auszugehen. Viele Fälle werden wahrscheinlich nicht erkannt.
Untersuchungen
- Ärzt*innen stellen die Diagnose anhand der typischen Symptome und durch Ausschluss anderer möglicher Erkrankungen.
- Fragen zur Krankengeschichte und zu den von den Patient*innen eingenommenen Medikamenten helfen, die Krankheit zu erkennen.
- Laboruntersuchungen spielen keine Rolle.
Behandlung
- Die Therapie hängt von der Schwere der Erkrankung ab.
- Betroffene sollen das Medikament, das das Syndrom ausgelöst hat, absetzen.
- Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus. Dort werden die Patient*innen überwacht und erhalten Infusionen mit Flüssigkeit.
- Zur Linderung der Beschwerden können verschiedene Arzneimittel eingesetzt werden.
- Zusätzlich können Serotonin-blockierende Arzneimittel gegeben werden.
- Bei schweren Symptomen ist eine intensivmedizinische Überwachung erforderlich.
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