Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis
Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis
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Was ist eine Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis?
Definition
Es handelt sich um eine Verletzung eines Beinnervs. Der Nervus cutaneus femoris lateralis geht aus dem Rückenmark in Höhe der Lendenwirbelsäule hervor und versorgt den seitlichen Oberschenkel sensibel (fühlen von Berührung, Schmerz, Wärme etc.). Vor allem unterhalb des Leistenbandes kann er durch Druck oder Verletzungen geschädigt werden. Der Nerv aktiviert keine Muskeln, sondern empfängt sensible Nervensignale aus dem zugeordneten Hautareal.
Die Krankheit wird auch Meralgia paraesthetica oder Bernhardt-Roth-Syndrom genannt.
Symptome
Typische Symptome einer Schädigung sind Kribbeln und manchmal brennende Schmerzen an der Vorder- oder Außenseite des Oberschenkels, oftmals nachts. Manche Patient*innen können wegen der Schmerzen bei Berührung kaum eine Hose tragen. Die Schmerzen werden bei manchen Patient*innen stärker, wenn das Hüftgelenk gestreckt oder das Bein nach hinten geführt wird, und bessern sich bei einer Beugung des Hüftgelenks (dadurch wird der Nerv eher entlastet).
Ursachen
Die Erkrankung beruht meist darauf, dass der Nerv unter dem Leistenband oder dort, wo er in der Leiste durch einen Muskel verläuft, eingeklemmt wird. Allerdings kann der Nerv auch schon in seinem Verlauf im Bereich des Beckens oder im Oberschenkel geschädigt werden. Dies kann allein durch einen ungünstigen anatomischen Verlauf des Nervs bedingt sein.
Das Risiko dieser Nervenschädigung ist bei Gewichtszunahme oder in der Schwangerschaft erhöht. Tumoren im Bereich der Leiste können ebenfalls Druck auf diesen Nerv ausüben.
Andere mögliche Ursachen sind zu enge Kleidung oder enge Sicherheitsgurte im Auto (Seat-Belt-Syndrom) oder langdauernde sportliche Belastung (Radfahren, Joggen). Wer seine Muskeln im Bereich von Unterbauch und Leiste stark trainiert, kann dadurch ebenfalls diesen Nerv komprimieren und an entsprechenden Schmerzen leiden. Durch Diabetes mellitus können auch Nervenschädigungen auftreten.
Bei einer Verletzung oder chirurgischen Eingriffen im Bereich des Unterbauchs, Beckens oder in der Leiste kann der Nervus cutaneus femoris lateralis ebenso verletzt werden, etwa bei einer Leistenbruchoperation, einem Hüftgelenksersatz oder der Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm.
Häufigkeit
Die Nervenschädigung tritt bei etwa 4 von 10.000 Personen auf. Männer sind 3-mal häufiger betroffen. Der Häufigkeitsgipfel ist zwischen 50 und 55 Jahren.
Untersuchungen
Bei der Untersuchung können die Ärzt*innen ein vermindertes Gefühl (Taubheit) in dem entsprechenden Hautareal an der Vorder- oder Außenseite des Oberschenkels feststellen. Manche Patient*innen leiden jedoch nur an Schmerzen, die sensible Wahrnehmung ist noch intakt. Die Funktion der Muskeln ist nicht beeinträchtigt. Ein Beklopfen des betroffenen Hautareals kann Schmerzen hervorrufen (Hoffmann-Tinel-Zeichen).
Ein weiteres Zeichen ist die Prüfung des „umgekehrte Lasegue-Zeichens“. Dabei liegt die Patientin/der Patient auf dem Bauch, das Bein wird nach hinten angehoben und gleichzeitig das Knie etwas gebeugt. Das Zeichen ist positiv, wenn der typische Schmerz ausgelöst wird.
Weitere Symptome können Juckreiz an der entsprechenden Stelle am Oberschenkel oder Hautveränderungen sein.
Zur Diagnose reicht die gezielte ärztliche Untersuchung oft aus. Taubheit und Schmerzen in dem typischen Areal sind kennzeichnend.
Zusätzlich können aber eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurografie) sowie ein Test der Übertragung der Signale des betroffenen Nervs ins Gehirn sinnvoll sein. Falls der Verdacht auf anatomische Auffälligkeiten als Ursache für die Nervenläsion besteht, sind eine Ultraschalluntersuchung und eine MRT sinnvoll.
Behandlung
Häufig ist es ausreichend, auf zu enge Kleidung zu verzichten und ggf. Gewicht abzunehmen oder die sportliche Aktivität anzupassen. Weil der Schmerz durch das Einklemmen des Nervs verursacht wird, sollten Bewegungen oder Aktivitäten, die den Schmerz hervorrufen, möglichst vermieden werden.
Falls die Sensibilitätsstörungen und Schmerzen anhalten, kommt in erster Linie oder ergänzend eine Schmerztherapie mit sog. NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) infrage – Medikamente, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.
Sehr selten und wenn die Beschwerden nicht besser werden, wird der Nerv durchtrennt (Neurektomie). Zwar bleibt dadurch eine dauerhaft taube Stelle am Oberschenkel zurück, aber bei den meisten Patient*innen verschwindet der Schmerz.
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